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Nachrichten

Mistelaustellung

Mistelausstellung des BVBB in der Bibliothek der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Mistel (Armin Herrmann)

 

Die Ausstellung über die Biologie der Mistelarten in Deutschland ist für den Botanischen Verein Berlin Brandenburg durch Prof. Dr. Thomas Hartmann (Berlin) kuratiert worden.
Das Konzept der Ausstellung beruht auf dem Lebenslauf der Mistelpflanzen. Die Themen werden zumeist durch Fragestellungen erschlossen. Die Grundlage der Ausstellung bilden makro- und mikroskopische Präparate, Fotos und Zeichnungen der mistelbefallenen Waldkiefer und Weißtanne sowie diverser Laubbäume. Der größte Teil der Exponate ist im Rahmen einer Promotion am Institut für Biologie der TU Berlin in den Jahren 1989 bis 1994 angefertigt worden.
Der Begriff „Mistel“ charakterisiert weniger eine monophyletisch-taxonomische Pflanzengruppe als eine ökologische Nische. Misteln sind obligate, zur Photosynthese befähigte grüne Xylemparasiten tropischen Ursprungs mit epiphytischer Lebensweise. Die ist gekennzeichnet durch hochspezialisierte Anpassungen in Anatomie, Morphologie, Physiologie und Verbreitungsstrategie. Sie sind vollständig abhängig vom Wasser- und Mineralstoffhaushalt der Trägerpflanzen.
In den letzten Jahren sind zur Mistel vor allem Forschungen in Hinsicht auf ihre Inhaltsstoffe, genetischen Diversität, Molekularbiologie, Verbreitung sowie ihrer waldbaulichen Aspekte im Zusammenhang mit den Klimaveränderungen erfolgt. Trotzdem bleiben viele interessante Fragen des Systems „Mistelpflanze - Wirtsgehölz“ weiterhin unbeantwortet. Möge die Ausstellung dazu anregen, sich mit den Mistelpflanzen zu befassen.
Mein Dank gilt der Bibliothek der HNEE - namentlich Frau Meng - für die freundliche Unterstützung.

Prof. Dr. Thomas Hartmann
Hochschule Magdeburg-Stendal

Berlin/ Eberswalde Dezember 2018